Ein neues Leben beginnt in der ersten gemeinsamen Wohnung

Stephanie Zacharias und Sven Büsgen kennen sich seit 23 Jahren und sind schon sechs Jahre ein Paar. Die beiden haben Mut gezeigt und sich einen Herzenswunsch erfüllt. Sie leben jetzt in ihrer eigenen Wohnung in der Franzstraße in der Frechener City. Beide sind Kunden im Ambulant Betreuten Wohnen (ABW) der Paul Kraemer Haus gGmbH und haben schon mehrere Jahren alleine jeder in einer eigenen Wohnung gelebt. Vormals lebte Sven als junger Erwachsener noch bei seiner Mutter, bevor er 2001 in das Paul Kraemer Haus Pulheim einzog. Die Einrichtung ist eine von sechs Paul Kraemer Häusern und bietet ein stationäres Wohnangebot für Menschen mit geistiger Behinderung.

Den ersten Schritt in ein ambulantes Wohnangebot machte von beiden zunächst Steffi Zacharias. Lange Jahre lebte sie im Paul Kraemer Haus in Frechen-Buschbell bevor sie ihre erste eigene Wohnung bezog. Auch bei der Wohnungssuche half die Gold-Kraemer-Stiftung. Im Zentrum von Frechen bietet sie im Gold Kraemer Haus 1-3, Dr.-Tusch-Straße, barrierefreie Wohnungen an. Dort besteht auch für die Kundinnen und Kunden im ABW die Möglichkeit, sich den Lebenstraum in den eigenen vier Wänden zu erfüllen.

Assistiert durch das Team des ABW haben sich Steffi und Sven in der ersten Jahreshälfte auf Wohnungssuche gemacht und sind schließlich fündig geworden. Ihre neue Adresse ist in der Franzstraße, also unmittelbar in der Nähe der Frechener City. Auf die Frage, was für sie die größte Herausforderung dargestellt hat, antworten sie selbstbewusst: „Wir haben uns immer gesagt, wir schaffen das.“ Und so leben beide heute ihren neuen Alltag zu zweit. Das heißt für sie auch, die täglich anfallenden Arbeiten im Haushalt und den Einkauf zusammen zu erledigen. All das entlockt ihnen aber immer auch ein Lächeln. Denn sie lieben ihre neue gemeinsame Zeit, die sie sich Schritt für Schritt erarbeitet haben. Und darauf sind sie zu Recht stolz.  

Stephanie und Sven teilen nicht nur eine Wohnung, sondern auch ihre Hobbies. Beispielsweise die Sportangebote des Gemeinschaftssportvereins Gold-Kraemer.

„Inklusion heißt: Barrieren abbauen, zusammen einen Weg finden, die persönliche Lebensgestaltung von Menschen zu unterstützen, so dass Selbstbestimmung im Alltag gelebt werden kann“, so beschreibt Anja Lehmann, Leiterin des ABW, den Entwicklungsprozess bei der Begleitung von Menschen im ambulanten Wohnen. Dabei macht sie deutlich, dass hier auch das Lebensumfeld, die Familienmitglieder oder die gesetzlichen Vertreter in den Prozess von Beginn an mit integriert werden müssen. „Hier erleben wir immer noch Vorbehalte, das eigene Kind wirklich loszulassen und in die Selbstständigkeit zu begleiten.“ Für Steffi und Sven ist das heute schon Normalität, auch wenn sie sich an ihre Zweisamkeit im neuen Zuhause noch ein Stück weit gewöhnen müssen. Was sie trägt, ist ihre Liebe zueinander. Das zeigt sich auch an ihren gemeinsamen Hobbies. Dazu zählt die wöchentliche Teilnahme am Sportkurs des Gemeinschaftssportvereins Gold Kraemer.